Station 4 von 7 · Am Vorabend
Tripsitter, wer dabei ist und was ihr vorher absprecht
Aktualisiert
Ein Tripsitter ist eine nüchterne Person, die während der ganzen Wirkdauer bei dir bleibt und darauf achtet, dass du sicher bist. saferparty beschreibt Tripsitter als Unterstützungs- und Anlaufstelle für Menschen, die psychoaktive Substanzen konsumieren, und als Sicherheitsnetz für schwierige Momente (saferparty). Der Vorabend ist der richtige Zeitpunkt, um mit dieser Person alles durchzugehen.
Wer sich eignet
saferparty nennt drei Voraussetzungen: Die Begleitung ist nüchtern, sie ist dir vertraut, und sie weiß über Wirkung, Risiken und Nebenwirkungen der Substanz Bescheid (saferparty). Daraus folgen ein paar praktische Fragen:
- Nüchtern heißt den ganzen Tag. Kein Bier am Nachmittag, kein Joint am Abend, auch nicht, wenn es ruhig wirkt.
- Vertraut heißt entspannt. Jemand, vor dem du dich nicht schämst, wenn du weinst, lachst oder dich übergibst. Eine Beziehung, in der es gerade kriselt, ist ein schlechtes Setting.
- Informiert heißt vorbereitet. Gib deiner Begleitung diese Seite und die Seite über schwierige Momente zu lesen.
- Verfügbar heißt ohne eigene Termine. Die Wirkung kann bis zu sieben Stunden dauern (saferparty). Wer um 18 Uhr weg muss, ist die falsche Person für einen Tag, der um 13 Uhr beginnt.
Erfahrung mit Psychedelika hilft beim Verständnis, ist aber keine Voraussetzung. Wichtiger ist, dass die Person ruhig bleibt, wenn du es gerade nicht bist.
Das Gespräch am Vorabend
Sprecht über die folgenden Punkte und schreibt die Antworten auf einen Zettel, der am Tag selbst sichtbar liegt.
| Frage | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Welche Menge, und wann? | Die Menge wird vorher festgelegt. Die Begleitung erinnert dich daran, wenn du nachlegen willst. |
| Was nimmst du sonst? | Medikamente und andere Substanzen gehören auf eine Liste, siehe Mischkonsum. |
| Was ist dir unangenehm? | Berührungen, laute Musik, bestimmte Themen. Die Begleitung soll es vorher wissen. |
| Wie sagst du, dass du Ruhe willst? | Ein einfaches Wort oder Zeichen, das auch in einem verwirrten Moment funktioniert. |
| Wer wird angerufen, wenn es ernst wird? | Notruf 112, in der Schweiz auch 144. Die Adresse liegt neben dem Telefon. |
| Was passiert mit Handys und Internet? | Am besten aus. Keine Nachrichten an Ex-Partner, keine Fotos, keine Posts. |
| Wann ist der Tag vorbei? | Die Begleitung bleibt, bis du klar sprichst, normal läufst und schlafen willst. |
Klärt auch das, was nicht passieren soll: Niemand verlässt die Wohnung, niemand fährt Auto oder Fahrrad, niemand kommt spontan zu Besuch.
Was ein Tripsitter tut
Laut saferparty passt die Begleitung zum Beispiel die Umgebung an, etwa Musik und Raum, begleitet in andere Räume, sorgt für Essen und Trinken und redet beruhigend zu (saferparty). Im Alltag des Tages heißt das:
- Wasser anbieten, nicht aufdrängen
- Licht dimmen oder heller machen, Musik leiser stellen, ein Fenster öffnen
- zur Toilette begleiten und vor der Tür warten
- kurze, ruhige Sätze sagen: wo ihr seid, wie spät es ist, dass die Wirkung vorbeigeht
- da sein, ohne ständig zu reden
Eine gute Begleitung beobachtet mehr, als sie eingreift. Wer still auf dem Sofa sitzt und ab und zu fragt, ob alles in Ordnung ist, macht viel richtig.
Was ein Tripsitter nicht tut
- Nicht mitkonsumieren, auch keine kleine Menge, um „mitzufühlen“.
- Nicht deuten. Was du erlebst, ist eine Wirkung der Substanz. Die Begleitung muss es weder erklären noch bewerten.
- Nicht diskutieren. Mit jemandem zu streiten, der gerade Angst hat, verstärkt die Angst.
- Nicht allein lassen, auch nicht für einen kurzen Einkauf.
- Nicht filmen oder fotografieren ohne vorherige Absprache.
Wann der Tripsitter den Notruf wählt
Die meisten schwierigen Momente lassen sich mit Ruhe und Zeit begleiten. Ein Notfall sind dagegen Bewusstlosigkeit, Atemprobleme, Krampfanfälle oder Überhitzung (Mindzone). Dann gilt: 112 wählen, in der Schweiz auch 144, und die Person nicht allein lassen. Was im Einzelnen zu tun ist, steht unter Schwierige Momente.
Wer unsicher ist, ob es schon ein Notfall ist, ruft lieber einmal zu viel an. Rettungskräfte unterliegen der Schweigepflicht, deshalb sollte die Begleitung vor Ort offen sagen, was genommen wurde (Mindzone).
Quellen
- saferparty Zürich: Tripsitting und Psilocybin
- Mindzone: Drogennotfall