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Schwierige Momente und Bad Trips, was dann zu tun ist
Aktualisiert
Ein schwieriger Moment auf einem Trip, oft Bad Trip oder Horrortrip genannt, ist eine Phase mit Angst, Panik, Verwirrung oder bedrückenden Gedanken. Er ist an die Wirkung gebunden und lässt meist mit ihr nach, auch wenn er sich währenddessen endlos anfühlt. In einer Umfrage der Johns Hopkins University unter 1.993 Menschen zählten 39 % ihren schwierigsten Pilztrip zu den fünf herausforderndsten Erfahrungen ihres Lebens (Carbonaro u. a. 2016). Diese Seite beschreibt, was dann zu tun ist, und wo die Grenze zum Notfall liegt.
Woran du einen schwierigen Moment erkennst
Die Anzeichen sind psychisch und körperlich zugleich. saferparty nennt als mögliche Nebenwirkungen unter anderem steigenden Puls und Blutdruck, Schweißausbrüche, Herzklopfen, Übelkeit und Bad Trips mit Panikattacken (saferparty). Typisch sind:
- Angst, ohne dass ein Grund erkennbar ist
- Gedanken, die sich im Kreis drehen
- das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden
- ein verzerrtes Zeitgefühl: Minuten fühlen sich wie Stunden an
- Misstrauen gegenüber der Begleitung oder der Umgebung
Das alles kann sehr real wirken und ist trotzdem eine Wirkung der Substanz. Sie lässt nach.
Was du selbst tun kannst
saferparty rät, in heiklen Momenten loszulassen und nicht gegen die Wirkung anzukämpfen (saferparty). Das klingt einfacher, als es ist. Diese Schritte helfen dabei, es umzusetzen:
- Sag es laut. „Mir geht es gerade nicht gut“ reicht. Deine Begleitung kann nur reagieren, wenn sie es weiß.
- Ändere eine Sache an der Umgebung. Anderes Licht, Musik aus oder an, ein anderer Raum, ein offenes Fenster, eine Decke.
- Atme langsam aus. Länger aus als ein. Zähl dabei, wenn das hilft.
- Sieh auf die Uhr. Rechne nach, seit wann die Wirkung läuft. Sie hat ein Ende, und es liegt meistens wenige Stunden entfernt.
- Nimm nichts dazu. Kein Alkohol, kein Cannabis, nichts „zum Runterkommen“. Mischkonsum macht es oft schlimmer, siehe Mischkonsum.
Was die Begleitung tun kann
Zu den Aufgaben eines Tripsitters gehört nach saferparty das beruhigende Zureden, auch Down Talking genannt (saferparty). Das funktioniert am besten so:
- ruhig bleiben, langsam sprechen, kurze Sätze
- Orientierung geben: „Du bist zu Hause. Es ist 16 Uhr. Du hast vor zwei Stunden Trüffel gegessen. Das ist die Wirkung, sie geht vorbei.“
- nicht diskutieren, nicht widersprechen, nichts erklären wollen
- Reize verringern: weniger Licht, weniger Menschen, keine Fernseher, keine Handys
- Wasser anbieten, eine Decke, Körperkontakt nur, wenn das vorher abgesprochen war
- nicht allein lassen
In der Johns-Hopkins-Umfrage stieg das Risiko, dass sich jemand in Gefahr brachte, unter anderem, wenn körperliches Wohlbefinden und soziale Unterstützung fehlten (Carbonaro u. a. 2016). Eine ruhige Begleitung in einem warmen Raum ist genau das Gegenteil davon.
Wann es ein Notfall ist
Ein Notfall liegt vor, wenn der Körper in Gefahr ist oder jemand sich oder andere gefährdet. Mindzone nennt als Notfallzeichen (Mindzone):
| Zeichen | Woran man es erkennt |
|---|---|
| Bewusstlosigkeit | reagiert nicht auf Ansprechen oder Anfassen |
| Atemprobleme | flache oder keine Atmung, kein Luftzug an Mund und Nase |
| Krampfanfall | unkontrollierte Muskelkrämpfe |
| Überhitzung | roter, heißer Kopf, schneller Puls |
Dazu kommt jede Situation, in der jemand wegläuft, sich verletzen will oder andere angreift. In der Umfrage betraf das 11 % der Befragten, die sich selbst oder andere einem körperlichen Risiko aussetzten; 2,7 % bekamen medizinische Hilfe (Carbonaro u. a. 2016).
Was dann zu tun ist:
- Den Notruf 112 wählen. Er gilt in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. In der Schweiz ist der Sanitätsnotruf zusätzlich unter 144 erreichbar.
- Bei Bewusstlosigkeit mit Atmung die Person in die stabile Seitenlage bringen (Mindzone).
- Bei der Person bleiben, bis der Rettungsdienst da ist.
- Vor Ort offen sagen, was und wie viel genommen wurde. Ärztinnen, Ärzte und Rettungskräfte unterliegen der Schweigepflicht (Mindzone).
Bei Fragen, die nicht sofort einen Rettungswagen brauchen, beraten die Giftinformationszentren rund um die Uhr: in Deutschland zum Beispiel Berlin unter 030 19240, in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale unter +43 1 406 43 43, in der Schweiz Tox Info Suisse unter 145 (gesundheit.gv.at).
Nach einem schwierigen Trip
Ein schwerer Trip wirkt oft noch Tage nach. Schlaf, Ruhe und ein Gespräch mit einem vertrauten Menschen sind der erste Schritt. Was du in den Tagen danach tun kannst und wann du dir Hilfe holen solltest, steht auf der Seite Am Tag danach.
Quellen
- Carbonaro, T. M. u. a. (2016): Survey study of challenging experiences after ingesting psilocybin mushrooms, Journal of Psychopharmacology 30(12)
- saferparty Zürich: Psilocybin und Tripsitting
- Mindzone: Drogennotfall
- gesundheit.gv.at: Deutschsprachige Giftinformationszentralen